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Zur Entstehungsgeschichte des "Bagno" |
Anfang des 17. Jahrhunderts
Es existierte nur ein relativ kleiner sog. "gräflicher Lustgarten" (Barockgarten) in der Nähe des Schlosses. Das ca. 600 ha große Waldgebiet Sundern (mit "Buchen und Eichen"), das spätere "Bagno" war noch fast unberührt und wies nur wenige Wege auf.
1736
Das ganze Gebiet zwischen dem später so genannten "Thiergarten" (Hof Drunkemölle) und dem Barockgarten soll gerodet werden. Dazwischen liegt nur ein kleiner Ententeich ("Entenko-je"). Der Wasserzulauf ("Süßes Brünnchen") kommt vom Buchenberg und führt weiter zur Aa. (Ententeich: nahe dem heutigen Bagno-Restaurant)
1753
Erster Ausbau der "Entenkoje"
zwischen 1753 und 1770
Ein kleines Badehaus entsteht (it.: bagno), das der gesamten Parkanlage ab ca. 1865 ihren Namen geben wird.
Phase 1: 1765 - 1770 = 1. Bauphase
1765 lässt Graf Karl Paul Ernst von Bentheim-Steinfurt Baumaßnahmen für einen Som-mersitz planen. Vorbild ist Schloss Clemenswerth bei Meppen (Stil der Gärten von Versailles).
Die Arbeiten beginnen 1768: Badehaus, Corps de Logis (Residenz), Grabensystem (Zingelgräben), 4 kleine Pavillons für den Hofstaat mit den Namen Hawickerwert, Batenburg, Alpen und Ravenshorst
Phase 2: 1771 - 1776 = 2. Bauphase 
1774 Konzertgalerie (sonntags Konzerte)
1775 Chinesischer Tempel
Amphitheater
Brücken
Personendarstellungen
Ausbau des Sees
1776 Kiosk (= Speisesaal)
Kleine Fontaine
Gardehaus
Marmorbad
Grenadierwache
Maurische Hütte
Zierbeet
Phase 3: 1777 - 1780 = 1. Ruhephase 1780 stirbt Graf Karl.
Phase 4: 1781 - 1785 - 3. Bauphase
Karls Sohn Ludwig von Bentheim-Steinfurt folgte neuen gartentheoretischen Vorstellungen: Der englische Stil löste den französischen Stil ab: mehr Naturbelassenheit. Deshalb und aus Re-spekt vor seinem Vater schuf Graf Ludwig keine gravierenden Veränderungen: Schlängelpfade, Bowlinggreens, ein belt walk ("Gürtelgang"), Große Wilde Kaskade, Knüppel- und Kettenbrü-cke, Chinesische Brücke, Gotisches Haus, Frei-Schlagen des Waldes
Phase 5: 1786 - 1793 = 4. Bauphase
Vergrößerung des Sees; Wegfall vieler "kleiner Attraktionen" (von 94 auf 49). Der Stil eines englischen Landschaftsparks wird imitiert. 1787 existieren im "Bagno" noch 39 Gebäude.
Phase 6: 1794 – 1795 = 2. Ruhephase
1795 wird das Schloss Bentheim an die französischen Besatzungsmächte übergeben. Um 1800 existieren im "Bagno" noch ca. 30 Gebäude.
Phase 7: 1796 – 1806 = 5. Bauphase
Vergrößerung des Sees, endgültiges Verschwinden des Bagnoquadrats,
Bau der Großen Kaskade; Kolonnade und Chinesisches Palais verfallen.
Phase 8: ab 1806 = Phase des Verfalls
Das Jahr 1806 bedeutet das Ende der Reichsgrafschaft Steinfurt. Sie wird dein Großherzogtum Berg zugeschlagen. Als Ersatz wird Graf Ludwigs Sohn Alexis nach dem Tode seines Vaters 1817 der Fürstentitel verliehen. Fürst Graf Alexis, der seit 1805 in Bentheim wohnt, kümmert sich nicht sehr um das "Bagno".
1812 existierten noch 20 Gebäude im "Bagno".
Bis 1850 galt die Parkanlage noch als sehr sehenswert.
1922 verschwand auch der Kiosk; nur noch die Neue Wache und die Konzertgalerie blieben erhalten. 
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