Gymnasium Arnoldinum  
 
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Heimatverein zu Gast in der Historischen Bibliothek des Gymnasiums Arnoldinum

Ein Besuch im Magazin schloss den Besuch ab. Hier konnten die Heimatfreunde einen Blick auf die Sammlung von ca. 2000 Bänden aus der Zeit von 1350 bis 1811 werfen. Selbst eine Marmorbüste des Preußenkönigs Wilhelm IV., in dessen Regierungszeit die Wiedergründung des Gymnasiums fällt, fehlt hier nicht. Die Marmorbüste stammt aus der Werkstatt Christian Daniel Rauchs, der u.a. das Reiterdenkmal Friedrichs des Großen auf der Prachtstraße "Unter den Linden" schuf.

Erstaunen erregten die exakte Handschrift, die Rankendekore und Initialen der beiden mittelalterlichen Schriften des Codex Justiniani aus dem 14. Jahrhundert aus Bologna und der theologischen Schrift des Rainer von Pisa aus dem Kloster Frenswegen bei Nordhorn aus dem 15. Jahrhundert . Die beiden Texte wurden auf Pergament geschrieben, also auf Tierhäuten, wobei man die Beschädigungen der Häute auf der Weide noch auf dem Pergament feststellen konnte. Die Löcher hatten die damaligen Schreiber, bevor sie mit ihrer Arbeit begannen, rot umkringelt, damit sie nicht in das Loch schrieben, bzw. die nächste Pergamentseite beschädigten. Heimatverein

Bei der Weltchronik des Hartmann von Schedel aus dem Jahre 1493 aus Nürnberg handelt es sich schon um eine sogenannte Inkunabel, einen frühen oder Wiegendruck. Hier gefielen vor allem die älteste gedruckte Karte Deutschlands und eine Phantasieansicht von Westfalen. Aber auch die anderen Holzschnitte, ca. 1800 an der Zahl, fanden großen Anklang. Der eine oder andere Holzschnitt könnte auch von Albrecht Dürer stammen, der damals in der Werkstatt von Michael Wolgemut gelernt hatte. Wolgemut hat wohl die meisten der Holzschnitte angefertigt. Man braucht gar nicht zur kürzlich von der NRW-Stiftung renovierten Xantener Stiftsbibliothek zu fahren, um einen solchen "Schatz" einmal aus der Nähe zu sehen.
Gerade am Vormittag waren die letzten Disputationen oder genauer Gymnasialdissertationen, die zwischen Gründung und Schließung des Gymnasium Illustre erschienen waren, von einem Mitarbeiter der Universität Münster vollständig digital erfasst und gespeichert worden. In diesen gedruckten Disputationen musste der Kandidat oder Respondent, wie er damals genannt wurde, seine wissenschaftliche Befähigung gegenüber dem Professor oder Präses nachweisen. Darunter war auch eine Disputation in der Juristischen Fakultät mit dem Thema "Der Bart" ("De barba") aus dem Jahre1714 von Karl Balcke als Respondent und Johann Friedrich Wilhelm Pagenstecher (1686 - 1746), des letzten Vertreters der berühmten Familie Pagenstecher an der Hohen Schule. Die Doktorwürde konnte die ehemalige Hohe Schule zu Steinfurt nicht verleihen, weil es sich um eine calvinistische Hochschule handelte und die Reformierten bis zum Westfälischen Frieden 1648 reichsrechtlich nicht anerkannt waren und nur der Kaiser das Promotionsrecht verleihen konnte.

Eine Schrift aus der Bibliothek, die den Besuchern auch vorlag, wird in den nächsten Wochen im Rahmen eines Ausleihvertrages vorübergehend nach Hamm gehen. Dort wird vom 28.Mai bis zum 24.Juni 2007 im Gustav-Lübcke-Museum eine Ausstellung über Hammer Drucke des 17. Jahrhunderts stattfinden. Nur im Arnoldinum gibt es noch ein nachweisbares Exemplar des Gelegenheitsgedichts von Johannes Schild über die "Hertzliche Freüdt Und Fröliches Glückwünschen" für die Gräfin Sophia Agnes Eleonore zu Bentheim das Hammer Druckers und Verlegers Bernhard Wolphardt aus dem Jahre 1682. Dieses kurze Gelegenheitsgedicht steht in einer Sammlung von anderen Gelegenheitsgedichten und zahlreichen Manuskripten, die bisher wenig Beachtung gefunden haben.

HeimatvereinDie "alten" Klassiker, das exakte Anatomiebuch von Vesalius, gedruckt in Basel 1555, und das Haushaltungsbuch des evangelischen Theologen Johannes Colerus von 1609 aus Wittenberg fanden lebhaftes Interesse. Das Buch von Colerus war im 17. und 18. Jahrhundert ein Standardwerk u.a. für die Landwirtschaft, erste Hilfe, das Bierbrauen und selbst für die Traumdeutung. Sigmund Freud hätte sicherlich seine Freude an diesem Teil des Buches gehabt. Es hat auch den Vorteil, dass es zu den Büchern gehört, die in deutscher Sprache erschienen sind.

Es wäre zu begrüßen, wenn bei einer Neuauflage des historischen Stadtführers auch ein Artikel über die Historische Bibliothek der Hohen Schule aufgenommen werden könnte. Sie ist sicherlich eine Sehenswürdigkeit für Interessierte.


 
 

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