Gewickelt wie ein Baby - Buchrestaurierung

Buchrestaurierung Schon ein paar Jahrzehnte später, nach der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg, wurden sie wegen der großen Nachfrage in Augsburg gedruckt. Sie gehören zu den am meisten verbreiteten theologischen Nachschlagewerken des Mittelalters. Bei den beiden Bänden des Gymnasiums Arnoldinum handelt es sich um Handschriften, die Texte sind auf Pergament (Tierhaut), nicht auf Papier geschrieben. Sie stammen ursprünglich aus dem Kloster Frenswegen bei Nordhorn und wurden nach der Reformation von Graf Arnold seiner neu gegründeten Hohen Schule in Steinfurt geschenkt.

Der Schaden war im Laufe der Jahrhunderte hauptsächlich am Buchrücken und dem Schweinsleder auf den Buchdeckeln aus Eichenholz entstanden. Auch fehlten die ursprünglich vorhandenen Schließen, die das Buch zusammenhalten und damit schützen sollten.

Somit mussten neue Schließen nach Abrieb der alten auf dem Buchdeckel per Hand hergestellt und danach mit Silbernitrat brüniert werden. Altes Leder wurde vom Buchblock abgenommen, um die Fehlstellen an den Ecken und Kanten mit neuem Schweinsleder zu unterlegen, welches danach mit Pigmenten farblich angeglichen wurde. Dies sind nur einige der Arbeiten, die vorgenommen werden mussten, und alles in allem waren rund zwei Wochen notwendig, um die beiden Bände zu restaurieren.

Buchrestaurierung

Gesponsert wurde die Restaurierung durch die Kulturstiftung der Kreissparkasse Steinfurt, wofür das Arnoldinum sehr dankbar ist. Ohne diese finanzielle Zuwendung wäre eine Restaurierung nicht möglich gewesen.

Bis 15. Februar 2009 werden auf Schloss Cappenberg bei Werne im Rahmen der Ausstellung „Buchjuwelen“ vier andere bibliophile Kostbarkeiten aus der Historischen Bibliothek des Arnoldinums gezeigt. Sie gehören zu einer Ausstellung von rund hundert bibliophilen Prunkstücken aus fünfzehn westfälischen Bibliotheken und werden in Zusammenschau mit Zeichnungen und Graphiken von Rolf Escher über europäische Bibliotheken von Paris bis Weimar gezeigt. Außerdem hat Schloss Cappenberg, das einstmals Altersruhesitz des Freiherrn vom Stein war und heute noch Nachfahren des großen preußischen Reformers beherbergt, eine wunderschöne Lage am Rande des Ruhrgebietes. Allein dies könnte ein Grund für einen Ausflug sein.

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