Ganz nah dran an der Wissenschaft

Besondere_Lernleistung

Ganz nah dran an der Wissenschaft

Im Augenblick ist das Abitur in aller Munde. Alle sind glücklich es „überstanden“ zu haben“. Besonderen Grund zur Freude haben die Schülerinnen, die am Arnoldinum eine sogenannte „Besondere Lernleistung“ mit in ihr Abitur einbringen konnten. Sicher nicht eine Sache für jedermann, denn vor den Preis haben die Götter (sprich das Schulministerium) den Schweiß gesetzt. Die fünf Schülerinnen Klara-Maria Altemeyer, Annalena Reimann, Jil Rotterdam, Katrin Reutter, Lisa Woltering und der Schüler Jonas Bleiber haben diese Extraleistung gewagt und gewonnen! Als Teilnehmer der Projektkurse Biologie und Erdkunde konnten sie sich ein Schuljahr lang an die Front der wissenschaftlichen Forschung wagen und an wissenschaftlichen Standards zu messende Arbeiten erstellen.

Im Interview erzählten Katrin Reutter und Jil Rotterdam begeistert von ihrer Arbeit. So hat sich Katrin Reutter mit dem Ewing-Sarkom beschäftigt, einem Krankheitsbild, das vor allem bei Kindern und Jugendlichen vorkommt. Dazu hat sie nicht nur medizinische Fachliteratur ausgewertet, sondern auch den Kontakt mit der Uniklinik Münster aufgenommen und Interviews mit Erkrankten durchgeführt. Den Schwerpunkt hat sie selbst gesetzt und mit Unterstützung der Fachlehrerin Frau Gutberlet präzisiert und ausgearbeitet.

Wo findet man „seine“ Idee? Katrin bei ihrem Berufsorientierungspraktikum in der Kinderonkologie der Uni-Klinik in Münster und durch persönliche Betroffenheit in ihrem nahen Umfeld.

Jils Schwerpunkt lag in der Auseinandersetzung mit einem der zurzeit spannendsten Themen der Biologie - der Epigentik. Können erworbene Eigenschaften vererbt werden? Gilt Lamarck doch? Hier liefert die Epigentik ganz neue Ansätze, wie sich Umwelteinflüsse mittelfristig auf das menschliche Genom auswirken. Auch Jil musste eine Arbeit verfassen und in einem Kolloquium Rede und Antwort stehen.

Ein schönes Stück Arbeit, das sich beide Schülerinnen vorgenommen hatten. Vor allem die Ferien wurden durch die jeweiligen Forschungsvorhaben fast ganz in Beschlag genommen, aber auch Nachtarbeit musste gestemmt werden. Und das alles neben dem üblichen Abiturstress? Auf jeden Fall habe sich die Mühe gelohnt, sagen beide unisono. Und dabei denken sie nicht einmal an die Abiprüfung, bei der sie ihre mit sehr gut ausgezeichneten Arbeiten zusätzlich zu ihren Prüfungsleistungen einbringen konnten. Sie denken an interessante Fachkenntnisse, methodisches Knowhow und dass man sich ganz selbstverständlich in der Wissenschaftssprache bewegen kann. „Das Beste wird aus einem herausgekitzelt“, meint Kathrin lachend. „Ich würde das wieder machen“, sagt Jil, „man muss aber bereit sein, sich einzusetzen und vom Thema begeistert sein.“ Also nichts für jedermann? Sicherlich nicht. Aber für Schülerinnen und Schüler, die in einem Fachgebiet über den Tellerrand der normalen Abituranforderungen hinausschauen wollen. Vielleicht auch etwas für junge Leute, die wissen, was sie mal studieren wollen.

Jil und Kathrin wollen Ärztinnen werden. Es sieht ganz danach aus, dass sie ihr Berufsziel verwirklichen können. Sie würden sicher gute Medizinerinnen werden – weil sie so umfassendes Interesse entwickeln und nicht nur in der Sache engagiert sind.



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