Literaturkurs-Aufführung

Romantik pur
Literaturkurs inszenierte Liebesgeschichte mit einem Augenzwinkern



Die Handlung lässt sich leicht erzählen. Schülerinnen und Schüler zweier unterschiedlicher Schulen arbeiten - jede Gruppe für sich - an einem Tanz- und Musikprojekt. Die einen sind proletenhaft cool, die anderen angepasst und elitär. Es kommt zu Reibereien, da man sich einen einzigen Proberaum teilen muss.

Von dieser interessanten Kollision zweier Lebenswelten lebte das Bühnenstück, das vom Literaturkurs der Q1 selbst geschrieben wurde und von der Fähigkeit zur Selbstironie zeugte. Einfach komisch, wie die Sprachebenen der beiden Cliquen kollidierten, wie sie sich durch ihre Codes permanent missverstanden. Da ist die Sprache, da ist die Kleidung und nicht zuletzt die Musik. Einfach hinreißend-witzig, wie sich die jungen Leute gegenseitig abwerten und nicht merken, wie beschränkt dabei ihr eigener Blick ist.

Die Schauspieler kokettierten geschickt mit permanenten Missverständnissen und die Zuschauer genossen die Überzeichnung von Typen, die sie aus ihrem Alltag kennen. Der Zuschauer nickt: Ja, ja, so ist es eben…

Aber dann geschieht ein kleines Wunder: Josephine und Luc, die beiden Peers, brechen aus ihren Cliquen aus. Sie verlieben sich ineinander und es gelingt ihnen zum Schluss, die gegensätzlichen Banden das Unmögliche versuchen zu lassen: nämlich miteinander und nicht gegeneinander zu arbeiten. Und das sah wirklich auf der Bühne „cool“ aus, als die Freaks mit den Schickimickis das Tänzchen wagten.

Und natürlich - da gab es noch die Lovestory. Luc suchte Rat bei seinem großen Bruder („Männergespräch“). Anstatt Josephine von seinen Gefühlen zu überzeugen, verletzt er sie mit seinen obercoolen Machosprüchen. Aber der Klügere – in diesem Fall das Mädchen – baut eine Brücke.

Aus dem Ensemble gilt es besonders die schauspielerische Leistung der beiden Hauptfiguren hervorzuheben: Er kraftvoller Anführertyp, große Klappe, weiches Herz, sie sanft, klug und erfolgreich mit den Waffen einer Frau.
Raffiniert auch das variable Bühnenbild, in dem sich einerseits zart die Silhouetten der Akteure abzeichnen konnten, das aber auch den harten Kern der Konfrontation der beiden Banden verstärkte. Gelungen auch die Lichtregie.

Durchbrochen wurden die Spielszenen von musikalischen Live-Acts, die in Stimmung und Niveau die gelungenen schauspielerischen Leistungen wirkungsvoll ergänzten.

Insgesamt ein kurzweiliger Theaterabend, gewitzt inszeniert, mit einem Augenzwinkern – und eben Romantik. Schade, dass dann alles plötzlich vorbei war.

U.Schmid

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